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09.10.2008
Fahrtipps für die Herbstzeit


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Frühnebel wabert übers Land. Typisch Herbst. Kraftfahrern wird in dieser Jahreszeit erhöhte Wachsamkeit im Straßenverkehr abgefordert, wissen die Sicherheitsfachleute des ACE Auto Club Europa.

Manche Autofahrer unterstellten bei ihrer Fahrweise noch normale Fahrbahnbeschaffenheit und Sichtverhältnisse. Doch massive Temperaturschwankungen, Schneeregen in den Mittelgebirgen, böige Winde sowie Nässe und Nebel erforderten einen vorsichtigeren Fahrstil. ACE-Verkehrssicherheitsexpertin Renate Hanstein sagte am Donnerstag in Stuttgart: "Früh einsetzende Dämmerung mindert die visuelle Wahrnehmung der Verkehrsteilnehmer, wodurch das Unfallrisiko besonders für ältere Fußgänger sowie das für Kinder steigt". Jeder zweite im Straßenverkehr getötete Fußgänger und Radfahrer sei heute über 65 Jahre alt, erinnerte Hanstein.

Zu den typischen "automobilen "Herbstkrankheiten" gehören nach Beobachtungen des ACE unter anderem beschlagene Scheiben, alte Wischerblätter, fehlendes Wischwasser in der Scheibenwaschanlage und verschmutzte Scheinwerfer und Heckleuchten.

Bei Nebel rät der Club:
  • Tempo rechtzeitig drosseln, besonders vor Nebelbänken
  • Abblendlicht einschalten
  • Sicherheitsabstand vergrößern - mindestens drei Sekunden zum Vordermann
  • Vorschriften und Markierungen im Baustellenbereich besonders streng befolgen und beachten
Falsch sei es, durch falschen Gebrauch der Nebelschlussleuchte sich und andere Verkehrsteilnehmer zusätzlich zu gefährden. Die Strahlkraft einer Nebelschlussleuchte sei im Vergleich zu Rückleuchten etwa 30-mal stärker. Die Nebelschlussleuchte dürfe deshalb nur bei Nebel mit Sichtweiten unter 50 Meter eingeschaltet werden. Sobald sich der Dunstschleier wieder aufzulösen beginne und eine bessere Sicht möglich sei, müsse sie sofort wieder ausgeschaltet werden. Dies gelte auch für den Stadtverkehr, da es bei der Fahrt dicht an dicht ebenfalls leicht zu Blendungen kommen könne.

Auch der ADAC steuert noch einige Tipps zum Fahrverhalten und den Gefahren im Herbst bei.

Grundsätzlich gilt: Vorausschauend fahren und die Geschwindigkeit den Straßen- und Sichtverhältnissen anpassen. Mit der Faustregel „Sichtweite ist gleich Sicherheitsabstand“ lassen sich viele Unfälle vermeiden. Das bedeutet: Liegt die Sicht unter 50 Metern, sollte auch der Tacho nicht mehr als 50 km/h anzeigen. Als Orientierungshilfe dienen die Leitpfosten am Straßenrand. Sie sind auf Bundesstraßen und Autobahnen im Abstand von 50 Metern aufgestellt.

Feuchte Witterungsverhältnisse, die im Einzelfall auch zu Glatteis führen können, lassen bereits an Winterreifen denken. Der Reifenwechsel sollte bis Mitte November vollzogen sein, denn spätestens ab dann ist mit Schneefällen und Raureif zu rechnen. Die Lamellenkanten der Winterreifen bieten bei solchen Bedingungen besseren Grip. Bei gebrauchten Winterreifen ist zudem zu beachten: Mit weniger als vier Millimetern Profiltiefe sollte nicht in den Winter gestartet werden.

Darüber hinaus ist derzeit auf den Straßen mit Verunreinigungen durch landwirtschaftliche Fahrzeuge zu rechnen. Das so genannte Bauernglatteis macht eine defensive Fahrweise mit gedrosseltem Tempo nötig.

Durch die abgeernteten Felder ergibt sich eine weitere Gefahr für die Verkehrsteilnehmer: Wildwechsel. Schwarz- und Rotwild, Füchse und Hasen finden nicht mehr genügend Schutz und queren auf der Flucht in schützende Wälder oftmals Straßen. Auch entlang vieler Alleen tummeln sich im Herbst die Wildtiere, um sich mit Kastanien und Eicheln einen Vorrat für den Winter anzufressen. Hier gilt ebenfalls: Fuß vom Gas und mit Weitsicht fahren.