22.08.2008 Keine Mehrheit für Tankstellenstreik
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Eine überwiegende Mehrheit der Autofahrer ist offenbar nicht bereit, wegen hoher
Spritpreise Tankstellen zu bestreiken. Für einen solchen Kampf plädieren aber immerhin
knapp 45 Prozent.
Das geht aus einer vom ACE Auto Club Europa probeweise im Internet durchgeführten
"Urabstimmung" hervor.
3881 Automobilisten beteiligten sich daran, gab der ACE am Freitag in Stuttgart bekannt.
Der Club hatte angesichts explodierender Spritpreise gefragt:" Wer oder was hilft uns
langfristig am ehesten aus der Bredouille?" Zusammengenommen 47 Prozent setzen danach
auf alternative Antriebe, sparsamere Motoren, den Umstieg auf Bus und Bahn sowie auf
einen ökonomischeren Fahrstil.
Kein Vertrauen in die Politik
Die geringste Hilfe erwarten Autofahrer offensichtlich von der Politik. Nur 1 Prozent
glaubt, Bundeskanzlerin Angela Merkel könnte etwas gegen hohe Kraftstoffpreise ausrichten.
Auf die Wiedereinführung der alten Pendlerpauschale setzen lediglich 3 Prozent und auf
eine Intervention des Bundeskartellamtes hoffen nur knapp 5 Prozent.
1 Liter Diesel vor drei Jahren 22 Cent billiger
Der ACE selbst hält nichts von einem boykottartigen Tankstellenstreik und wertet das
Votum dazu vor allem als ein"Zeichen des Zorns". Die daraus ablesbare Stimmung dürfe
aber weder von der Mineralölwirtschaft noch von der Politik unterschätzt werden,
mahnte der ACE. Vor drei Jahren (7. September 2005) hatten sich in einer ähnlichen
ACE-Befragung lediglich 36 Prozent für einen Boykott von Tankstellen als Mittel gegen
hohe Spritpreise ausgesprochen. Damals kostete der Liter Diesel im Schnitt 1,13 Euro
und war damit 22 Cent billiger als heute (22. Aug). Nur 6 Cent hingegen beträgt der
Preisunterschied bei einem Liter Super Benzin: Im September 2005 mussten laut ACE dafür
im Schnitt 1,38 Euro bezahlt werden, drei Jahre später 1,44 Euro. Nach Darstellung des
Clubs hat sich der Preis für einen Barrel Rohöl binnen drei Tagen um mehr als 8 Prozent
von 111 auf jetzt über 120 Dollar verteuert.
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