06.10.2008 Jeder Dritte überlegt den Kauf eines Elektroautos
Senioren und Führerschein-Neulinge am aufgeschlossensten
37 Prozent der Autofahrer würden sich bei entsprechendem Angebot für ein Elektrofahrzeug
entscheiden. Das besagt zumindest eine aktuell veröffentlichte Studie über
Elektrofahrzeug-Endkunden der Beratungsbüros Perraudin Konzept und Warnstorf & Partner
Consulting. Rentner wie auch junge Erwachsene sind am ehesten bereit, auf ein
akkubetriebenes Gefährt umzusteigen. Ein wenig erfreuliches Zeugnis erhalten
allerdings die derzeitigen Öko- und Klimaschutzaktivitäten der Automobilfirmen.
Auf die Frage, für welche Antriebsart man sich bei der Neuanschaffung eines Autos
entscheiden würde, bevorzugte mehr als jeder Dritte den Elektromotor.
15 Prozent der Befragten überlegten ein Auto mit Hybridmotor, nur knapp die
Hälfte bleibt lieber beim herkömmlichen Verbrennungsmotor. Interessante Ergebnisse
liefert die nähere Aufschlüsselung der Antworten: "Unter der jüngsten Gruppe der
unter 25-Jährigen liegt die Zustimmung zum Elektroauto bei 43, bei der Altersgruppe
über 60 sogar bei 45 Prozent", sagt Studienautor Jörg Warnstorf. Bei Frauen werde diese
Entscheidung aus dem Gefühl sozialer Verantwortung getroffen, während bei Männern
die dem Verbrennungsmotor ebenbürtige technische Leistung zähle.
Diverse Initiativen der Automobilindustrie zum Umwelt- und Klimaschutz bei der Bevölkerung
sind kaum glaubwürdig, geht aus der Studie hervor. "Von den 550 Befragten hat
kein einziger dieses Engagement als 'ernst gemeint' bezeichnet", so Warnstorf. Vielmehr
sehe man die Öko-Aktivitäten als Deckmantel zur Stärkung der wirtschaftlichen Vermarktung.
"Das muss der Automobilindustrie zu denken geben", betont der Studienautor. Die Studie
wurde in einem Zeitraum von zwei Jahren in persönlichen Interviews durchgeführt.
Sie untersucht auch, welche Anforderungen potenzieller Käufer an Elektroautos
stellen und inwiefern sich der höhere Preis sowie die Akkureichweite für die
Kaufentscheidung auswirkt.
Der starke Zuspruch zu Elektroautos wird auch durch die Ergebnisse einer im Juni
veröffentlichten internationalen Studie der Firma Continental untermauert. Ihr zufolge
beschleunigen die steigenden Kraftstoffpreise den Umdenkprozess und fördern die
Bereitschaft der Autofahrer, alternative Antriebsarten beim nächsten Autokauf zu
berücksichtigen. Zwei Drittel aller Autofahrten werden auf Kurzstrecken oder im
Stadtverkehr durchgeführt; hier sei das größte Potential für Elektro- und Hybridfahrzeuge
vorhanden.
|
|