01.12.2008 ADAC Kopfstützentest mit neuem europäischen Testverfahren
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In Europa gibt es pro Jahr mehr als eine Million Halswirbelsäulenschäden bei Pkw
Unfällen. Schuld sind häufig mangelhafte Kopfstützen. Deshalb wurde jetzt – unter
Federführung des ADAC – ein neues, europäisches Testverfahren entwickelt, das
die langjährigen Forderungen des Automobilclubs umsetzt. Wie wichtig das neue
Testverfahren ist, das künftig in die Bewertung des Insassenschutzes des
Euro NCAP Tests einfließt, zeigt der aktuelle ADAC-Kopfstützentest. Nur fünf
von 25 Modellen schnitten mit „gut“ ab. Der Audi A4, der Opel Insignia, der
neue VW Golf, der Alfa Mito und der Volvo XC 60. Acht Modelle erhielten ein
schlechtes Ergebnis, zwölf schafften ein „befriedigend“. Der Test hat auch
gezeigt, dass gerade Kleinwagen noch Schwächen beim Schutz der Halswirbelsäule
haben. Dies ist besorgniserregend, da kleine Pkw häufig innerorts unterwegs
sind und daher öfter in Auffahrunfälle verwickelt sind.
Dass auch Neuentwicklungen nicht immer zu Verbesserungen bei der Rückhaltefunktion
von Sitz und Kopfstütze führen, zeigen die Lösungen beim BMW X3 oder bei der Mercedes
M-Klasse. Hier soll aufwändige Technik der Überdehnung der Halswirbelsäule entgegenwirken.
Im ADAC-Kopfstützentest landen diese Sitze aber nur im Mittelfeld. Der Test zeigt,
dass die Geometrie der Kopfstützen Grundlage positiver Ergebnisse ist. Erst durch
Abstimmung des gesamten Sitzsystems werden Verletzungsrisiken bei Heckkollisionen
reduziert. Der Club beschäftigt sich seit 30 Jahren mit der Problematik des
Heckaufpralls. Diese Erfahrungen fließen nun in das neue, einheitliche Testverfahren.
Es beinhaltet dynamische Tests und statische Prüfungen. Bei den dynamischen
Verfahren handelt es sich um Belastungsproben in verschiedenen Intensitäten,
unter anderem werden hier die Strukturfestigkeit von Sitz und Kopfstütze und
die Dummy-Perfomance getestet. Die statischen Prüfungen beziehen sich auf die
so wichtige Geometrie der Kopfstütze. Erstmalig können mit dieser Testinnovation
des ADAC eine große Anzahl von Sitzen, die in verschiedenen europäischen
Testhäusern geprüft wurden, verglichen werden.
Hinweis für Verbraucher: Sitzlehnen sollten möglichst steil eingestellt werden.
Die Kopfstütze sollte so weit herausgezogen werden, dass die Oberkante auf Höhe
des Kopfscheitels oder leicht darüber liegt. Der Abstand vom Hinterkopf zur
Kopfstütze sollte möglichst gering sein. Beim Heckaufprall ist es von Vorteil,
wenn Oberkörper und Kopf nahe an der Lehne bzw. Kopfstütze liegen, somit wird
einer Überstreckung und Verschiebung im Nackenbereich entgegengewirkt.
Zu diesem Text bietet der ADAC unter www.adac.de/tv einen Film an.
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