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„Wir brauchen in Deutschland dringend eine effektive Kontrolle der Sicherheitsstandards nach der Instandsetzung von Unfallfahrzeugen“, sagte Werner von Hebel, Mitglied der Geschäftsführung der DEKRA Automobil GmbH im Rahmen eines Pressegespräches am 19. April 2007 im DEKRA Crash Test Center Neumünster. „Die Qualität der Unfallreparatur hat entscheidenden Einfluss auf die aktive und passive Sicherheit von Pkw.“
In zahlreichen Crashversuchen und Untersuchungen erbrachten die Experten des DEKRA Technology Centers den Nachweis, dass mangelhafte Billigreparaturen bei einem Folgeunfall deutlich erhöhte Sicherheitsrisiken bergen. „Eine fachgerechte Unfallreparatur muss vor allem das fein abgestimmte Zusammenspiel der im Fahrzeug verbauten Elektronik mit dem Crashverhalten des Fahrzeuges sicherstellen“, hob Axel Grüning, Präsident des Verbandes des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein, hervor.
Das Deutsche Kfz-Gewerbe und DEKRA fordern deshalb die Einhaltung höchster Reparaturstandards sowohl bei der Arbeit als auch bei den verwendeten Teilen. „Schwere Schäden an der Struktur des Fahrzeuges und an sicherheitsrelevanten Komponenten müssen fachgerecht und mit qualitativ hochwertigen Ersatzteilen instand gesetzt werden. Am besten eignen sich dafür anerkannte Fachwerkstätten“, betonte von Hebel. Neben der Steigerung der Verkehrssicherheit seien davon auch fiskalische Vorteile durch weniger Schwarzarbeit zu erwarten. Unsachgemäße „Do-it-yourself“-Reparaturen würden auch nicht selten für ahnungslose Käufer zu einem riskanten Fehlkauf am Gebrauchtwagenmarkt.
Als Nachweis einer fachgerecht durchgeführten Reparatur könne die Rechnung eines Meisterbetriebes der Kfz-Innung (also einer anerkannten Fachwerkstatt) gelten. Fehle ein solcher Nachweis, sei die Kontrolle der fachgerechten Instandsetzung sowie der Verkehrssicherheit des Fahrzeuges durch einen anerkannten Sachverständigen erforderlich. In vielen europäischen Nachbarländern sind solche Nachweise bereits Pflicht, wie zum Beispiel in den Benelux-Staaten, Frankreich, Italien, Österreich, der Schweiz und Spanien.
Bei einer DEKRA Umfrage im Jahr 2005 sprachen sich 83,7 Prozent der befragten 1.000 Autofahrerinnen und Autofahrer für das diskutierte zweigleisige Modell aus, das den Nachweis durch Werkstattrechnung oder eine Prüfung durch Sachverständige vorsieht. 93,1 Prozent der Befragten erklärten, sie würden sich sicherer fühlen, wenn nach einem schweren Unfallschaden die Reparaturqualität derart überprüft würde.
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Ein weiterer wichtiger Baustein, um mangelhafte „Billig-Reparaturen“ zu vermeiden, ist das Recht des Kunden auf freie Wahl der Fachwerkstatt. Einige Versicherungen versuchen, über Steuerungssysteme die Kosten für die Instandsetzung von Unfäl-len zu senken. Hierfür werden Verträge mit Partnerwerkstätten abgeschlossen. „Die Werkstätten benötigen jedoch auskömmliche Renditen, um fachgerechte Arbeiten leisten und Rücklagen für Investitionen in moderne Reparaturmethoden bilden zu können.“, sagte Bernd Schweitzer, Geschäftführer des Verbandes des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein.
Mit der Sicherheitsinitiative „Fair Repair“ leistet DEKRA einen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit im Rahmen der EU-Charta zur Verkehrssicherheit. Diese verfolgt das Ziel, die Zahl der Verkehrstoten innerhalb der EU bis zum Jahr 2010 auf 25.000 zu halbieren. Die Sachverständigen von DEKRA rückten das Problem der Reparaturqualität von Fahrzeugen nach schweren Verkehrsunfällen erstmals im Jahr 2003 ins öffentliche Bewusstsein. Seitdem informierten sie mehrmals über den aktuellen Stand des Projektes, unter anderem auf den Automobil-Leitmessen IAA und Automechanika.
DEKRA ist eine international ausgerichtete Sachverständigen-Organisation, die sich für Sicherheit und Qualität der Menschen im Umgang mit Technik, Umwelt und Mobilität engagiert. In vier Business Units sind mehr als 100 Tochter- und Beteiligungsgesellschaften über die DEKRA AG an den DEKRA e.V. angebunden. Die Business Units DEKRA Automotive, DEKRA NORISKO Industrial, DEKRA Personnel sowie DEKRA International Operations stehen für qualifizierte und innovative Dienstleistungen rund um die Themen Fahrzeugprüfungen, Gutachten, Industriedienstleistungen, Zertifizierungen, Umwelt- und Baugutachten, Aus- und Weiterbildung, Zeitarbeit, Consulting und Schadenregulierung. DEKRA ist heute in 26 Ländern West- und Osteuropas sowie in den USA, Brasilien, und Südafrika und China präsent. Annähernd 16.000 Mitarbeiter erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund 1,3 Milliarden Euro.
Das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe vertritt die Interessen von mehr als 40.000 Autohäusern und Werkstätten. Pro Jahr werden an den mehr als 50 Mio. Kraftfahrzeugen in Deutschland ca. 85 Mio. Reparatur- und Wartungsarbeiten durchgeführt. Die Meisterbetrie-be der Kfz-Innungen sind hierbei hohen Qualitätsstandards verpflichtet. Daher haben Kunden die Möglichkeit, bei Mängeln der Dienstleistungen die außergerichtliche Schiedsstelle des Kfz-Gewerbes anzurufen. Wie der Kundenmonitor Deutschland belegt, gehören die Meisterbetriebe der Kfz-Innungen zu den beliebtesten Dienstleistern in Deutschland (sie belegten in dieser Auswertung unter 80 Branchen den 2. Platz mit der Durchschnittsnote 2,03, der 1. Platz ging an die Optiker mit einer Durchschnittsnote von 1,96). Der Verband des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein vertritt die Interessen der mehr als 1.300 Meisterbe-triebe der 18 Kfz-Innungen im Land.