30.01.2012

Wie sicher fühlen sich Autofahrer auf Deutschlands Straßen?

Die Zahl der polizeilich erfassten Verkehrsunfälle mit Personenschäden ist in Deutschland seit Jahren rückläufig. Wie nehmen Deutschlands Autofahrer heute die Verkehrssicherheit auf den Straßen hierzulande wahr? Marketagent.com, eines der führenden Online-Marktforschungsinstitute im deutschsprachigen Raum hat 725 Mitglieder seines ISO-zertifizierten Online-Panels zwischen 18 und 65 Jahren zu diesen Themen befragt. Dabei nahmen ausschließlich Personen an der Studie teil, die einen Führerschein der Klasse B besitzen und zumindest gelegentlich einen PKW zur eigenen Nutzung zur Verfügung haben.

Obwohl dem Statistischen Bundesamt zufolge für das Jahr 2011 erstmals nach 20 Jahren wieder ein leichter Anstieg an Verkehrstoten in Deutschland zu verzeichnen war, ist die Anzahl der Personen, die auf Deutschlands Straßen ums Leben kamen, im längeren Zeitverlauf seit der Wiedervereinigung kontinuierlich von damals über 11.000 auf knapp über 3.000 Opfer gesunken. Überraschenderweise sind dennoch immerhin 21,1% der Teilnehmer an dieser Studie der Meinung, dass die Verkehrssicherheit für Autofahrer in Deutschland in den letzten 20 Jahren eher abgenommen hat. Vor allem Frauen (26%) und Personen jenseits der 50 (26,9%) sehen diese negative Entwicklung. Knapp ein Viertel aller Befragten (24%) bewertet die Entwicklung der Verkehrssicherheit als konstant und 54,9% diagnostizieren eine Zunahme der Sicherheit. „Ein wichtiger Aspekt bei diesem Thema sind natürlich technische Innovationen an den Fahrzeugen, die die Insassen bei Unfällen besser schützen und so zu weniger Verkehrstoten führen, obwohl sich die tatsächliche Sicherheitslage auf den Straßen nicht in diesem Maße verändert hat,“ kommentiert Christian Jung, Sales Director von Marketagent.com Deutschland das Ergebnis.

„Beleuchtet man die verschiedenen Verkehrswege, auf denen sich Autofahrer bewegen, so ist das subjektive Sicherheitsempfinden sehr unterschiedlich“, so Jung weiter. Innerhalb geschlossener Ortschaften im ländlichen Raum fühlen sich nur 6,1% der motorisierten Verkehrsteilnehmer in Deutschland eher oder sogar sehr unsicher. Dagegen fährt bei 15,2% der Mitglieder der bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe auf der Autobahn die Angst mit. Besonders deutlich ist dieses Ergebnis bei den weiblichen Verkehrsteilnehmerinnen: Mehr als ein Fünftel der befragten Frauen (20,8%) fühlen sich auf Autobahnen unsicher – auf der statistisch gesehen sichersten Straßenart.

Kontrovers und leidenschaftlich diskutiert wird hierzulande das Thema „Tempolimit“, das den Befürwortern zufolge ein wichtiger Beitrag zu größerer Verkehrssicherheit wäre. Die von Marketagent.com befragten Autofahrer sprechen sich mehrheitlich knapp gegen die Einführung einer flächendeckenden Geschwindigkeitsbegrenzung auf Deutschlands Autobahnen aus: Nur 45,9% aller Befragten sind dafür. Der Konflikt um dieses Thema ist offensichtlich auch ein Generationenkonflikt: Bei den unter 29-Jährigen wollen sich nur 36,9% vorschreiben lassen, wie schnell sie auf Autobahnen maximal zu fahren haben. Mit zunehmendem Alter steigt dieser Anteil auf sechs von zehn Interview-Teilnehmern über 60 Jahre.

Die Nutzung eines Navigationsgerätes mag zwar nicht unbedingt die Verkehrssicherheit direkt, aber wenigstens die Gewissheit, sein Ziel zu erreichen erhöhen. Entsprechend beliebt sind Navigationsgeräte oder – immer häufiger – sogenannte „Navi-Apps“ für Smartphones, die die gleichen Funktionen erfüllen: Von den hier per Online-Interview befragten Autofahrern nutzen bereits 78,1% zumindest hin und wieder ein entsprechendes Gerät, um sich im Straßenverkehr zurechtzufinden. Bei der Frage nach der subjektiv empfundenen Sicherheit auf Deutschlands Straßen fühlen sich diese deutlich sicherer.
 



 
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