01.12.2011

Traubenkerne als Streusalz-Alternative im Test
Ökologisches Produkt kommt mit 70 Prozent weniger Salz aus

traubenkerne als streusalz-alternative im test
Reste aus der Weinherstellung könnten sich als ökologische Alternative zu Streusalz etablieren. Das behaupten Vertreter der Bthi Holding, die am gestrigen Mittwoch in Zürich das Produkt "SnowFree" vorgestellt haben. Ihr Wein-Salz-Gemisch kann den Salzanteil herkömmlicher Streumittel um bis zu 70 Prozent reduzieren, fördert den Schmelzprozess über mehrere Wochen und verspricht billig und biologisch abbaubar zu sein. Getestet wird die Innovation bereits in einer Region in Frankreich.

Wärme des Weins
Die Idee zum Produkt kam beim Betrachten der winterlichen Weinfelder in Bordeaux. Auf diesen schmilzt der Schnee viel schneller als auf angrenzenden Wiesen, berichtet Bthi-Gründer Florent Théotiste. "Zurück geht das auf einen exothermischen Effekt. Weinreste und in abgeschwächter Form auch Maisspindeln sowie Reste der Raps- und Olivenölpresse sorgen für Wärmefreisetzung", so der Erfinder. Deutlich höher sei die Wirkung, wenn man einem Gemisch aus Weinfleisch und -kernen Salz zufügt. "Die Kerne sind gegenüber dem Salz resistent und nehmen dieses in ihre Poren auf."

Grundprinzip von SnowFree ist die Optimierung des Schmelzvorgangs. Die verwendete Schlempe oder Melasse als organische Basis wirkt als Bindemittel für Salz und hält die 0,5 bis drei Millimeter Körnchen des Granulats zusammen. Als Streumittel eingesetzt, setzt das Granulat den Angaben des Herstellers zufolge jeweils nur die Salzmenge frei, die für die Erreichung der Temperatur der Überführung vom Fest- in den Flüssigzustand nötig ist. "Tests zur Haftung der Autoreifen verliefen bisher positiv. Zudem können die biologisch abbaubaren Abfälle als Dünger eingesetzt werden", erklärt Theotiste.

Erster Einsatz in Frankreich
Im ostfranzösischen Department Saône-et-Loire wird die Streusalz-Alternative in diesem Winter getestet, vorerst für die Schneeräumung auf Parkplätzen. Theotiste zufolge hat auch ein Schweizer Kanton bisher starkes Interesse für eine Bestellung gezeigt. "2012 werden wir bereits einige Tausend Tonnen zur Verfügung stellen können. Unser Ziel ist, unser Produkt künftig neben den Kommunen auch Supermärkten oder Tankstellen anzubieten", so der Experte. Neue Partner soll eine soeben gestartete Tournee durch Europa und Nordamerika liefern.

 



 
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