16.01.2012

Die richtige Starthilfe: Erst rot, dann schwarz
TÜV Rheinland: beim "Überbrücken" immer die richtige Reihenfolge einhalten
Hybridautos brauchen nur geringen Strom-Impuls

Auf Frost folgt vielfach Frust - wenn die Autobatterie bei Eiseskälte plötzlich den Geist aufgibt. Wer dann nicht auf die überlasteten Pannenhelfer warten will, kann seinen Wagen mithilfe eines anderen Fahrzeugs wieder flott machen. "Dabei muss das Überbrückungskabel die DIN-Norm 72553 beziehungsweise ISO-Norm 6722 erfüllen. Zudem muss das Kabel immer einen Mindestquerschnitt von 16 Quadratmillimetern aufweisen, bei Motoren über 2,5 Litern Hubraum und Dieselaggregaten besser 25 Quadratmillimeter. Diese Hinweise finden sich auf der Verpackung", erklärt TÜV Rheinland-Kraftfahrtexperte Hans-Ulrich Sander.

Wichtig ist, beim Überbrücken immer die richtige Reihenfolge einzuhalten, sonst droht Explosionsgefahr. Und so funktioniert die richtige Starthilfe: Zunächst die Zündung und alle Stromverbraucher an beiden Fahrzeugen ausschalten. Bei abgestellten Motoren erst das rote Kabel mit den Pluspolen des Spenderakkus sowie der entladenen Batterie verbinden. Anschließend das schwarze Kabel an den Minuspol der vollen Batterie, dann das zweite Ende an einem blanken Metallteil - etwa dem Motorblock - des Havaristen festklemmen. "Auf gar keinen Fall das schwarze Kabel am Minuspol des leeren Stromspeichers anschließen", warnt der TÜV-Fachmann. "Denn durch mögliche Funkenbildung beim An- und Abklemmen der Kabelzangen am Pol können sich Knallgase entzünden." Wenn der Motor des Pannenautos wieder läuft, einen starken Verbraucher wie die Heckscheibenheizung einschalten, denn beim Lösen der Zangen können im Bordnetz Spannungsspitzen auftreten, die elektronische Bauteile gefährden. Anschließend die Kabel trennen, allerdings in umgekehrter Reihenfolge - erst schwarz, dann rot. Zum Schluss die zusätzlichen Verbraucher wieder ausschalten und mehrere Kilometer fahren. So kann sich der Akku regenerieren.

Übrigens auch bei Hybridfahrzeugen funktioniert die Starthilfe nach demselben Prinzip. Die Zwölf-Volt-Hilfsbatterie versorgt beispielsweise im Toyota Prius aber lediglich die elektrischen Steuergeräte mit Spannung. Ist der Akku komplett entladen, lässt sich deshalb das Hybridsystem nicht starten. Das relativ kleine Kraftwerk dieser Autos benötigt allerdings nur einen geringen Strom-Impuls, um das Hybridsystem zu aktivieren. Der Verbrennungsmotor muss dabei nicht zwangsläufig anspringen. Der Energiebedarf ist so gering, dass bereits die Batterie eines Rollers ausreichen würde. Andererseits raten die Hersteller aufgrund der insgesamt schwächer dimensionierten Verkabelung davon ab, Starthilfe mit Hybridfahrzeugen zu leisten.
 



 
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